Stressmedizin und Burnout-Diagnostik 

In einer Gesellschaft, die immer weniger körperlich sondern mittlerweile überwiegend geistig tätig ist, liegt es nahe, daß nicht nur der Körper mit seinem Bewegungsapparats und seinen Organen erkrankt, sondern daß seelische Erkrankungen und Fehlfunktionen des Zusammenspiels von Körper und Geist zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Meine Praxis bietet eine Anlaufstelle für Beschwerden, welche die klassische, evidenzbasierte Medizin häufig nicht genügend berücksichtigt: Krankheiten und
Störungen, die durch Stress und Überbelastung hervorgerufen werden oder solche, denen eine Fehlregulation in der Steuerung der Körperfunktionen zugrunde liegt (vegetative Dysbalance, psychovegetative Funktionsstörungen).

Stress in Maßen aktiviert und fördert, Stress im Übermaß macht krank

Akuter Stress kann durchaus auch als Herausforderung und Chance zur Weiterentwicklung für das Individuum gesehen werden und begleitet uns als Menschen auf der Erde bereits seit Jahrtausenden. Diese positiven, aktivierenden Stressimpulse stellen für uns kein gesundheitliches Problem dar, solange wir nach der Stressbelastung genügend Möglichkeiten haben, wieder in unseren Normalzustand zurückzukehren und uns zu erholen.

Wer unter chronischem Stress leidet verliert aber nach und nach die Fähigkeit, seinen Organismus wieder „herunterzufahren“. Er bleibt quasi in dauernder Alarmbereitschaft.  Mit der Zeit kommt es dann zu einer Daueraktivierung des sogenannten Sympatikus, der Seite des vegetativen, unwillkürlichen Nervensystems, welche für Kampfbereitschaft und Aktivität zuständig ist. Der Gegenspieler innerhalb des Regulationssystems, der Parasympatikus, ist immer weniger präsent.

Im chronischen Stresszustand wird der Körper mehr und mehr mit Stresshormonen wie Adrenalin und Cortisol überschwemmt, was sich auf alles Systeme des Organismus negativ auswirkt. Blutdruck und Pulsrate steigen und die Möglichkeit zur Regulation geht verloren (verminderte Herzratenvariabilität / HRV). Der Mensch fühlt sich ständig unter Strom, wie ein Auto, das permanent mit viel zu hoher Drehzahl umherfährt. Im Bereich des Magen-Darm-Traktes kommt es nicht selten zu Verdauungsproblemen und Beschwerden wie Übelkeit, Durchfällen oder umgekehrt verminderter Darmaktivität mit Verstopfung. Auf psychischer Ebene können vermehrte Reizbarkeit und Unausgeglichenheit bis hin zu Depressionen und Schlafstörungen auftreten. Weitere typische Folgeerkrankungen einer chronischen Stressbelastung sind Ohrgeräusche und Hörstürze sowie Stoffwechselprobleme.

Was können die Stressmedizin und eine fundierte Burnout-Diagnostik leisten?

Stressbedingte Beschwerden und Erkrankungen treten nicht von heute auf morgen zum Vorschein. Die Entwicklung von gesund und vital hin zu ausgebrannt und krank verläuft meist schleichend und unbemerkt – sowohl vom Betroffenen selbst, als auch von seinem Umfeld und leider auch häufig von den behandelnden Ärzten. So werden dann, wenn der Patient denn doch mit Beschwerden medizinische Hilfe sucht, entweder gar keine Befunde objektiviert („nichts gefunden“) oder die wirkliche Ursache der Problematik wird nicht erkannt und der Patient nicht selten in die Schublade des eingebildeten Kranken oder des unverbesserlichen Dauerbesuchers geschoben („nicht richtig krank“).

In diesen Fällen sollte einer internistischen Grund-Diagnostik eine fundierte Ergänzung mittels Neurostress- und Burnoutdiagnostik folgen. Hier können zum Beispiel Untersuchungen wie die Aufzeichnung der Herzfrequenzvariabilität (HRV-Messung) oder spezialisierte  Laboruntersuchungen (spezifische Stresshormonprofile, Vitamin- und Mikronärstoffversorgung, oxidativer und nitrosaminer Stress, chronische Inflammation) klare Zusammenhänge aufdecken. Denn mittlerweile ist das Zusammenwirken von Geist/Seele, Nervensystem und Organen wissenschaftlich bestens belegt und erforscht. Diese Methoden können ideal in der Zieldiagnostik eingesetzt werden und untermauern den klinischen Verdacht. Von dort aus kann dann die Richtung einer Therapie festgelegt werden.

Therapie von stressassoziierten Erkrankungen und des Burnout

Die Therapie von stressassoziierten Erkrankungen und Burnout ist dann natürlich die nächste Aufgabe der Stressmedizin nach einer fundierten Diagnostik und Diagnosestellung. Gute Ratschläge, alles etwas langsamer angehen zu lassen, werden dem Patienten nicht ausreichend helfen. Hier sind eingehende, zielgerichtete Gespräche, ggf. auch in Verbindung mit psychologischer Hilfe und /oder Burnout-Zentren, Erlernen eines spezifischen Stressmanagements oder auch Methoden wie das Biofeedback indiziert. Des weiteren ist ggf. eine Ergänzungstherapie mit Mikronärstoff-, Vitamin- und Aminosäure-Präparaten indiziert, um den Anforderungen, welche an Körper und Geist gestellt werden, besser standhalten zu können und Defizite auszugleichen.

In diesem ganzheitlichem Sinne gehört jeder Mensch mit Symptomen von chronischem Stress, Erschöpfung und Burnout nicht von vorn herein in psychotherapeutische Behandlung oder in die Hand eines Gesungheitscoaches sondern benötigt eine gründliche Diagnostik und eine interdisziplinelle Therapie und Begleitung nach den Richtlinien der modernen Medizin.

 

Bei Fragen und weiterem Interesse zu diesem Spezialgebiet sprechen Sie uns jederzeit gerne für weiterführende Informationen an.