Anti-Aging Medizin

Der Begriff des Anti-Aging

Kaum ein Gebiet der modernen Medizin ist so umstritten und von den Medien kontrovers diskutiert wie die Anti-Aging Medizin. Die Extreme reichen von übersteigerten Erwartungen, bald das Geheimnis des ewigen Leben zu entschlüsseln, über Belächeln bis zu Skandalieren und Betrugsvorwürfen.

Letztlich ist der Begriff des Anti-Aging im deutschen Sprachraum immer noch nicht klar definiert und hat viele Facetten. So gibt es den großen Bereich des Lifesyle-Anti-Aging, welcher häufig auch von Nicht-Medizinern (Gesundheitschoaches, Fitness-Berater) bedient wird, den Bereich des kosmetischen Anti-Aging, dessen sich häufig Dermatologen und Kosmetiker annehmen und den Bereich der Anti-Aging Medizin, welcher vor allem auf den bestmöglichen Erhalt und die Optimierung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit in jeder Phase des Lebens abzielt.

 

 

Konkret heißt dies: Erkennung und gezielte Prävention von gesundheitlichen Risiken für die Entwicklung chronischer Krankheiten wie zum Beispiel die Arteriosklerose (Herzinfarkt- , Schlaganfallgefährdung), Krebserkankungen, Stoffwechselleiden wie den Diabetes, Osteoporose und auch sogennannte neurodegenerative Erkankungen und Demenz.

Medizinisches Anti-Aging will die alterungsspezifischen Vorgänge im Körper wo sie kann verzögern und alterstypische Erkrankungen bestmöglich behandeln mit dem Ziel einer Verlängerung sowohl der gesunden – als auch der absoluten Lebensspanne. Nicht gemeint ist hingegen das Verneinen des Alterns an sich.

Wissenschaftliche Hintergründe des Anti-Aging

Anti-Aging ist bei weitem kein Lifestyle-Hype und keine Scharlatanerie wie es manche Kritiker gerne behaupten. Wer dies von sich gibt, der hat sich offensichtlich nicht die Mühe gemacht, ernsthaft wissenschaftliche Recherche zu betreiben.

Mittlerweile hat die Biogerontologie, also die Wissenschaft, auf welcher das medizinische Anti-Aging  fußt, den biologischen Prozess des Altern ziemlich gut verstanden. Ob oxidative Belastung, chronisch schwelende Entzündungsprozesse oder hormonelle Defizite – die wichtigsten Faktoren, warum der Mensch altert, sind mittlerweile identifiziert und können auch entsprechend angegangen werden.

Altern ist inzwischen der wichtigste Risikofaktor für all jene Erkrankungen, die unser Schicksal heute in der zivilisierten Welt bestimmen. Hier setzt die angewandte Anti-Aging Medizin an mit ihrem Bestreben, die Risikokonstellation des Alterns für das Individuum zu benennen und anhand der erhobenen Resultate gezielt zu behandeln, bzw. positiv zu beeinflussen.

 

Was habe ich von einer Anti-Aging-Beratung und Therapie zu erwarten?

Beratung und Diagnostik

Ähnlich wie bei der Präventivmedizin ist es in der Anti-Aging Medizin extrem wichtig, den Körper des Patienten nicht isoliert zu betrachten und behandeln zu wollen. Vielmehr muss die Physis in Zusammenhang mit der mentalen/psychischen Verfassung, mit den Lebensgewohnheiten, mit der aktuellen Lebenssituation und mit der Lebensgeschichte des Menschen gesehen werden. Zu einer fundierten Anti-Aging-Beratung gehört daher als erstes ein ausführliches Anamnese-Gespräch, um all das gerade genannte zu erfassen, welches nicht durch apparative Diagnostik zu eruieren ist. Hinzu kommt dann eine ausführliche individuelle Diagnostik (Gesundheits- und Leistungsdiagnostik), mit der die Funktionalität der Organe ermittelt wird. Mittels Labortests werden der Hormonstatus und die Stoffwechsellage sowie das körpereigene Schutzpotential gegenüber schwelender Entzündungen und mögliche ererbte Risikofaktoren (Gendiagnostik) beurteilt:

Therapie

Die erfolgreiche Anti-Aging Therapie ist grundsätzlich individuell auf den Patienten abgestimmt. Dennoch gibt es ein Konzept mit den folgenden Therapie-Säulen.

Lebensstil

Hiermit ist nicht gemeint, daß ich meinen Patienten vorschreiben möchte, wie sie leben sollen. Es geht aber darum, ungesunde Lebensgewohnheiten zu entlarven und bestmöglich zu beseitigen oder zu modifizieren. Dies kann eine Änderung der Ernährungsgewohnheiten, des Schlafverhaltens, der work-Life-Balance oder einfach das Meiden von erkannten Risikofaktoren sein. An allererster Stelle steht hier das Rauchen. Hierfür biete ich gezielt zertifizierte Nichtraucher-Seminare an.

Ausgewogene Ernährung

Ein chinesisches Sprichwort sagt: Eine Krankheit hat viele Väter, die Mutter ist immer eine falsche Ernährung. Die richtige Zusammensetzung der täglichen Kost und eine ausreichende Versorgung mit Mikronährstoffen sind für einen gesundes Altern von fundamentaler Bedeutung. Durch die Analyse der individuellen Zusammensetzung des Körpers (Muskelmasse/Protein, Fett, Knochenmasse, Körperwasser, Mineralhaushalt) und der individuellen Verbrennungs- und Stoffwechsellage können hier gezielt Hilfestellung bei der Ernährungsumstellung und auch bei der Gewichtsregulation gegeben werden.

Bewegung

Der Nutzen von körperlicher Aktivität in jeder Lebensphase ist inzwischen durch hunderte von Studien belegt. Nicht nur Herz-Kreislauferkrankungen beugt man durch regelmäßige Bewegung vor – auch Osteoporose, Demenz und Krebserkrankungen lassen sich vermeiden, bzw. positiv beeinflussen. Durch eine individuelle Auswahl und Planung der körperlicher Aktivität lassen sich gute, anhaltende Ergebnisse erzielen. Denn nur wer Spaß hat und hinter dem steht, was er tut, wird dies auch langfristig und anhaltend in sein Leben einbauen. Der eine wird zum begeisterten Hobbysportler mit individuell erstellter Trainingsplanung, der andere geht lieber einfach jeden Tag eine halbe Stunde stramm spazieren. Wichtig ist, die immense Bedeutung des Faktors „Bewegung“ zu erkennen und so gut wie es geht persönlich zu nutzen.

Nährstoff-Ergänzung (Supplementierung)

Mikronährstoffe spielen eine entscheidende Rolle zum Erhalt unserer Gesundheit. Es existieren zwei entscheidende Alterungsfaktoren: die oxidative Belastung des Individuums (Einfluss von freien Radikalen) sowie chronisch niederschwellige Entzündungsprozesse im Körper. Beides läuft unterschwellig und weitgehend unbemerkt ab, bzw. die negativen Auswirkungen werden zunächst nicht mit diesen Prozessen in Verbindung gebracht (z.B. Infektanfälligkeit, Allergieneigung, Fatigue). Beide Faktoren lassen sich durch die gezielte Zufuhr von Mikronährstoffen positiv beeinflussen. Die gezielte und individualisierte Supplementierung spielt daher in der Anti-Aging Medizin eine große Rolle.

Hormonersatztherapie

Das Absinken vieler Hormone mit dem Alter und die Verschiebung ihrer Relation untereinander führt häufig zu Funktionseinbußen und zu einem Verlust an Vitalität. Durch den Ersatz der fehlenden Hormone und Korrektur von Dysbalancen können diese Defizite in vielen Fällen ausgeglichen werden. Eine individualisierte Hormonersatztherapie gehört daher ebenfalls zum Spektrum der Anti-Aging Maßnahmen. Sie bedarf auf jeden Fall einer Überwachung durch den Arzt. Ich persönlich halte auch gerne Rücksprache mit dem behandelnden Gynäkologen, oder Andrologen/Urologen.

Mentale Balance / Stressmanagement / Schlafhygiene

Stress sowie unbewältigte Konflikte und Sorgen sind ein wichtiger Alterungsfaktor. Nicht nur die körperliche Fitness spielt daher eine Rolle im Kampf gegen den Alterungsprozess. Auch die mentale Balance ist von entscheidender Bedeutung. Eine chronische Überflutung des Körpers mit Stresshormonen wirkt wie eine dauerhaft angelegte Peitsche und bewirkt eine unterschwellige, fortschreitende Überforderung des Organismus. Neben einer vorschnellen Alterung kommt es vermehrt zu Burnout, Depression, Infektanfälligkeit oder Krankheitsausbrüchen. Die Anti-Aging Medizin kann hier Misstände aufdecken und korrigierend und unterstützend eingreifen.

Ähnlich sieht es mit der Qualität und Quantität des Schlafs aus. Der Mensch benötigt die Zeit des Schlafs zwingend zur Regeneration – sowohl auf physischer wie auch auf psychischer Ebene. Schlechter oder reduzierter Schlaf führt ebenfalls zu den oben genannten Gesundheitsproblemen. Eine gezielte Anamnese der Schlafgewohnheiten und ggf. auch eine schlafmedizinische Beurteilung können hier Aufschlüsse geben.

Ästhetisches Anti-Aging

Das Ziel der Anti-Aging Medizin ist, den biologischen Alterungsprozess zu verlangsamen und nicht, dessen sichtbare Folgen lediglich zu kaschieren. Dennoch – wer fit und junggeblieben ist, der möchte häufig auch gerne jünger aussehen. Hierzu gibt es inzwischen eine Vielzahl wirksamer, nicht invasiver Maßnahmen. Persönlich befasse ich mich weniger mit diesem Bereich des Anti-Aging, leite Sie aber gerne an kompetente Kollegen weiter.